Freitag, 26. Juni 2009

"Small World" von Martin Suter - Vorschlag

"Genau recherchiert, sprachlich präzis und raffiniert erzählt. Dramatisch geschickt verflicht Suter eine Krankengeschichte mit einer Kriminalstory. Literarisch weit über die Schweiz hinausweisend." (Süddeutsche Zeitung)

Na dann.... das wäre mein Vorschlag für unser erstes Fernbuchclubtreffen via Webkonferenz nach Hamburg!

Sonntag, 17. Mai 2009

Supergau reloaded

Kalkofe ist ja so schon super, aber mit ganz viel Wein im Kopp schreit man sich weg.
Passend zum Blog das hier:


Hoffentlich auch ohne Wein unterhaltsam.
p.s.: Wo habt ihr eure Kalender hängen?

Samstag, 16. Mai 2009

Was fürs Auge!

Samstag, 18. April 2009

Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

Zu diesem Buch kann man nur eines sagen: lesenswert. 
Zum Inhalt:
Der zehnjährige Daniel Sempere lebt allein mit seinem Vater, der ein Antiquariat führt, im Barcelona der Franco-Ära. Misstrauen und Angst rieseln aus Mauerritzen der Armenviertel und von Palastdächern, sie hüllen die Stadt in ein aschgraues Gewand, das nach Blut und Bürgerkrieg riecht. Daniel wird von seinem Vater zu einem alten, nur wenigen bekannten Ort geführt, dem so genannten "Friedhof der Vergessenen Bücher", eine gigantische Bibliothek mit Raritäten und Trivialitäten. Er soll sich ein Buch aus diesem Meer an Literatur herausfischen und dafür sorgen, dass es nicht in Vergessenheit gerät. Er greift nach einem roten Einband mit dem Titel "Der Schatten des Windes". Weder von dem Titel, noch von dem Autor, Julián Carax,  hat er bisher etwas gehört. Er verschlingt das Buch über Nacht und will mehr von diesem Autor lesen. Er beginnt sich umzuhören, stößt auf Ungereimtheiten, Geheimnisse und Hindernisse, korrupte Polizisten und Kriegsverbrechen. Je mehr er erfährt, umso mehr zieht das Leben des Autors ihn in seinen Bann, und auf seltsame Art und Weise beginnt sich ihr Schicksal zu überschneiden. Figuren aus dem Buch tauchen im realen Barcelona auf, Menschen im Kreise der Geschichte kommen unter ungeklärten Umständen ums Leben und bald merkt Daniel, dass aus der harmlosen Suche nach einem Autor eine Jagd auf Leben und Tod geworden ist....

Zafón schreibt anschaulich, dass man manchmal das Gefühl hat, man würde Gemälde oder Momentaufnahmen betrachten, in denen man jeden Zug, jede Gefühlsregung der Person im Gesicht ablesen kann. Neben den greifbaren Charakteren existiert noch ein weiterer Protagonist: die Stadt Barcelona. Die Stadt warnt, bestraft, schützt und zeigt uns ihr Gesicht, erzählt von ihren Wunden und Narben der Jahre. Man kann sich ihr nicht entziehen und möchte am liebsten sofort die Wege abschreiten, die als Schauplatz dienen.

Hier eine kleine Auswahl an Zitaten, die mir besonders amüsant bis bemerkenswert erschienen:
TV:
"Das Fernsehen, mein lieber Daniel, ist der Antichrist, und ich sage Ihnen, es werden drei oder vier Generationen genügen, bis die Leute nicht einmal mehr selbstständig furzen können und der Mensch in die Hölle, in die mittelalterliche Barbarei und in einem Schwachsinn zurückfällt, den schon die Nacktschnecke im Pleistozän überwunden hat. Diese Welt wird nicht von der Atombombe zerstört werden, sondern sie wird sich totlachen, wird an Banalität zugrunde gehen, weil sie aus allem einen Witz macht, einen schlechten noch dazu." 
Fermín Romero de Torres S. 13of

Klatsch&Tratsch:
" Die Leute wetzen den Schnabel nach Herzenslust. Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, sondern vom Huhn." S.153
zum Thema" Plus de beurre!!!!"  :-)
(Julian war sehr begabt in Musik, Malerei und Kunst überhaupt, was sein Vater Antoni Fortuny, der Hutmacher, als geisteskrank empfand, da es nichts einbringt..)

"In jener Zeit glaubte Antoni Fortuny noch, die Geistesschwäche des Jungen sei zum Teil auf seine Kost zurückzuführen, die zu sehr von den Gebräuchen der französischen Küche seiner Mutter bestimmt war. Bekanntlich zog ein Übermaß an Butter den moralischen Ruin und die Betäubung des Verstandes nach sich. Er verbot Sophie auf immer und ewig, mit Butter zu kochen. Das Ergebnis war nicht unbedingt das erhoffte."

Schicksal:
"Passen Sie auf. Das Schicksal lauert immer gleich um die Ecke - wie ein Dieb, eine Nutte oder ein Losverkäufer, seine drei trivialsten Verkörperungen. Hausbesuche macht es hingegen keine. Man muss sich schon zu ihm bemühen."
Fermín Romero de Torres, S.270

"Julían hatte einmal geschrieben, Zufälle seien die Narben des Schicksals." S. 510

"Warten ist Rost für die Seele." S.368

Job:
"Das schwierige ist nicht, einfach so Geld zu verdienen," klagte er. "Das schwierige ist, es mit etwas zu verdienen, was es wert ist, daß man ihm sein Leben widmet." S.434


Mittwoch, 8. April 2009

Buchvorschläge fürs nächste Treffen

1. Easter Parade - von Richard Yates; 296 Seiten

"Ein fesselnder, psychologisch raffinierter Roman um Frauen und Männer und das Zerbrechen aneinander." (Elke Heidenreich in 'Lesen!')
Keine der Grimes-Schwestern sollte im Leben glücklich werden. So beginnt Richard Yates seinen bereits 1976 erschienen Roman. Es folgen knapp 300 Seiten, auf denen dieses Unglück seziert wird. Sarah und Emily wachsen in den 30ern auf, leiden unter der Scheidung ihrer Eltern und führen später zwei gegensätzliche Leben: Sarah heiratet früh und zieht drei Kinder groß; Emily studiert, hat Affären, lässt sich treiben. Gut vier Jahrzehnte umfasst die Handlung, von Yates gekonnt auf eine Handvoll prägnanter Szenen verdichtet. Es ist diese elegante Erzählweise, die für das Buch spricht. Doch ob es um unglückliche Liebe, um einen prügelnden Ehemann oder unerfüllte Karriereträume geht - stets erzählt Yates so distanziert, dass man dem Schicksal der Schwestern wie dem zweier völlig Fremder folgt. Warum Yates gerade diese beiden aus der Vielzahl denkbarer Lebensentwürfe herausgegriffern hat, wird niemals deutlich. Was will uns das elegant geschriebene Buch sagen? Dass das Leben ein schweres ist?


2. Siddhartha. Eine indische Dichtung - von Hermann Hesse; 189 Seiten

Siddhartha, die weltberühmte Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus familiärer und gesellschaftlicher Fremdbestimmung zu einem selbständigen Leben, zeigt, daß Erkenntnis nicht aus Lehren zu vermitteln ist, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. Hermann Hesse erzählt die fiktive Lebensgeschichte Buddhas - Siddhartha ist sein Vorname - und ergründet, "was allen Konfessionen und menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam ist, was über allen nationalen Verschiedenheiten steht, was von jeder Rasse und von jedem einzelnen geglaubt werden kann". Wie authentisch diese indische Dichtung buddhistisches und taoistisches Gedankengut assimiliert hat, zeigt sich nicht nur stilistisch in der rhythmischen Diktion der Reden Buddhas, sondern auch wirkungsgeschichtlich durch die millionenfache Verbreitung, die das Buch in den asiatischen Ländern gefunden hat.

3. Ulysses - von James Joyce (Autor); 987 Seiten

Ulysses lesen ist wie Bungeejumping. Erst hat man Bedenken. Das Ganze scheint irgendwie zu hoch zu sein. Zu umständlich zu bewerkstelligen. Nix da! Das Werk des genialen irischen Autors ist ein Abenteuer, in das sich jeder stürzen sollte. Der Roman spielt am 16. Juni 1904. Der Protagonist, Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom, geht -- wie sein Vorgänger Odysseus -- auf die Reise. Allerdings dauert seine nur einen Tag und führt ihn nicht in die weite Welt, sondern in die Abenteuer des Dubliner Alltags. Hier trifft er die unterschiedlichsten Typen u.a. Daedalus, den jungen Lehrer und Schriftsteller, mit dem er am Abend in der Küche philosophiert, unter der Leine mit Mollys Schlüpfern. Molly ist Blooms nicht immer ganz treue Ehefrau. Sie kommt im Schlußkapitel zu Wort. Hier läßt Joyce sie ohne Punkt und Komma auf dem Strom ihres Bewußtseins dahingleiten und setzt damit in der Erzähltradition des 20. Jahrhunderts völlig neue Maßstäbe.

Achtzehn Episoden lang begleitet Joyce seine Hauptfigur. Stets durchziehen das genial konstruierte Werk offene bzw. verdeckte Anspielungen auf sein antikes Vorbild. Blooms Tag ist voller humorvoller, trauriger und lustvoller Alltagsbegebenheiten. Er zieht durch Zeitungsredaktionen, geht auf eine Beerdigung, kauft Zitronenseife, besucht eine Bekannte, die gerade ein Kind zur Welt bringt, gibt sich heimlichen Sinnesfreuden am Strand hin... Alles wird haargenau erzählt und macht Leopold Bloom zu einem der am detailliertesten beschriebenen Charaktere der Weltliteratur.

Joyce besitzt ein geniales Gespür für Sprache. Jedes Kapitel hat seine eigene sprachliche Besonderheit, jede Situation ihren eigenen Gestus. Die Komplexität und Beziehungsfülle im Ulysses ist -- auch Ende des 20. Jahrhunderts - immer noch einmalig. Gönnen Sie sich diese großartige Dichtung! Augen auf und los!

4. Tausend Morgen – von Jane Smiley; 448 Seiten

Als Laurence Cook beschließt, seinen Millionenbesitz den Töchtern vorzeitig zu überschreiben, um die Erbschaftssteuer zu umgehen, sieht vor allem Rose den Augenblick der Befreiung und Rache gekommen - sie spürt die Schwäche des alten Mannes, und sie will Mißhandlung und Inzest ans Licht bringen. Die gutmütige Ginny, die Erzählerin des Geschehens, zieht sie in ihren Sog.

In ihrer modernen Version eines alten Mythos wendet sich Jane Smiley dem Thema der Undankbarkeit der Töchter unter umgekehrten Vorzeichen zu. Sie enthüllt einen Zorn der Töchter, der in der Tat von Shakespeare stammen könnte. Gewalt, Inzest und Verrat, die lange unter der Oberfläche geschwelt haben, brechen auf. Unter der eisernen Ordnung des tyrannischen, aber erfolgreichen Großfarmers Laurence Cook leben seine beiden Töchter Ginny und Rose auf tausend Morgen fruchtbarsten Landes in Iowa: Die kinderlose Ginny ist mit Tyler verheiratet, einem ruhigen freundlichen Mann, dessen Schweigen Unzufriedenheit und Verrat verdeckt; Rose ist die Mutter zweier Kinder und mit dem Ex-Musiker Pete verheiratet, den Laurence Cook verachtet. Die jüngste Tochter Caroline, die Rose und Ginny nach dem frühen Tod ihrer Mutter aufgezogen und vor dem Vater gerettet haben, ist Anwältin in Des Moines.

"Das eine, das wahrscheinlich keine Familie ertragen konnte, war, dass die Dinge ans Tageslicht kamen".
Jane Smiley hat für diesen Roman den Pulitzer-Preis 1992 erhalten als besten Roman des Jahres.. King Lear - die amerikanische Version.

5. Batman. The Dark Knight Returns – von Frank Miller; 224 Seiten

If any comic has a claim to have truly reinvigorated the genre then The Dark Knight Returns by Frank Miller--known recently for his excellent Sin City series and, previously, for his superb rendering of the blind superhero Daredevil--is probably the supreme contender. Batman represented all that was wrong in comics and Miller set himself a tough task taking on the camp crusader and turning this laughable, innocuous children's cartoon character into a hero for our times. In his introduction the great Alan Moore (V for Vendetta, Swamp Thing, the arguably peerless Watchmen) argues that only someone of Miller's stature could have done this. Batman is a character known well beyond the confines of the comic world (as are his retinue) and so reinventing him, while keeping his limiting core essentials intact, was a huge task.
Miller went far beyond the call of duty. The Dark Knight is a success on every level. Firstly it does keep the core elements of the Batman myth intact, with Robin, Alfred the butler, Commissioner Gordon and the old roster of villains, present yet brilliantly subverted. Secondly the artwork is fantastic--detailed, sometimes claustrophobic, psychotic. Lastly it's a great story: Gotham City is a hell on earth, streetgangs roam but there are no heroes. Decay is ubiquitous. Where is a hero to save Gotham? It is 10 years since the last recorded sighting of the Batman. And things have got worse than ever. Bruce Wayne is close to being a broken man but something is keeping him sane: the need to see change and the belief that he can orchestrate some of that change. Batman is back. The Dark Knight has returned. Awesome.

6. Pride and Prejudice and Zombies: The Classic Regency Romance - Now with Ultraviolent Zombie Mayhem!- von Jane Austen, Seth Grahame-Smith; 320 Seiten

"Pride and Prejudice and Zombies" features the original text of Jane Austen's beloved novel with all-new scenes of bone crunching zombie action

Original: Elizabeth Bennet, zweitälteste Tochter aus gutem Hause, zeichnet sich durch ihren ausgezeichneten Humor und ihren Sinn für die feine Kunst der Ironie aus. Sie hat es schwer in einer Familie, die aus einer oberflächlichen, nur auf die Verheiratung ihrer fünf Töchter fixierten Mutter, und zwei noch oberflächlicheren jüngeren Schwestern, Kitty und Lydia, besteht. Auch die Leseratte Mary zieht sich in ihre eigene Welt zurück. Einzig in ihrer ältere Schwester Jane, eine ruhige, sanftmütige Frau, findet sie eine wahre Freundin. Der Vater hat zwar einen ebenso scharfen Geist, reagiert jedoch durch die Leiden seiner Ehe oft gleichgültig und mit sarkastischer, oft unpassender, Bissigkeit.

Großer Wirbel herrscht im Hause, als sich die Nachricht verbreitet, dass der wohlhabende und vor allem unverheiratete Mr. Bingley das Nachbaranwesen bezieht. So zeichne es die Natur eines ledigen, gutsituierten Mannes aus, dass er zum Eigentum der ledigen Töchter werde. Die Jagdsaison wird eröffnet, jede Mutter buhlt um eine Einladung zum Dinner oder zum Ball für sich und vor allem für ihre Töchter. Allen voran Mrs. Bennet, die herrlich in dieser Rolle aufgeht. Ihr Plan scheint aufzugehen: Jane und Mr. Bingley lernen sich kennen und schätzen, doch Bingleys bester Freund, Mr. Darcy und Bingleys Schwester ist diese Beziehung ein Dorn im Auge und sie versuchen die Verbindung zu verhindern. Die scharfsinnige Lizzy bemerkt das Spiel, das aus Mr. Darcy in ihren Augen zu einem widerwärtigen Menschen macht. Dabei übersieht sie, welche Gefühle der stolze Mann tatsächlich hegt.

Was könnte man zu solch einem Klassiker noch sagen, das nicht schon gesagt wäre? Es ist herrlich, in die - zugegebenermaßen etwas altbackene - Welt der Jane Austen zu versinken und die fantastischen Dialoge zwischen der lebensversprühenden Elizabeth "Lizzy" Bennet und dem eigenbrötlerischen Mr. Darcy, der einem oft vorkommt, als habe er einen Stock verschluckt, zu genießen. Das Buch ist so rasant geschrieben, dass ich es nur schweren Herzens aus der Hand legen konnte. Die Sprache ist (in der Grawe Übersetzung) nicht modern und so genau passend auf die Atmosphäre mit Bällen, weiten Röcken und Gentlemen. Die Charaktere werden liebevoll, wenn auch oft etwas übertrieben, gezeichnet.

Ich bin sehr gespannt, wie die Abstimmung abläuft (Velma, Du könntest das Zünglein an der Waage sein *g*). Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf das nächste Bookpistols-Treffen!

Dienstag, 7. April 2009

Das hat überhaupt nichts mit Büchern zu tun...


Aber
1. haben wir ja extra das Label "No Books" zu diesem Zwecke, also sollten wir es nutzen!
2. Freue ich mich wahnsinnig über die Sonne.
3. Freue ich mich noch viel mehr darüber, dass wir uns endlich noch einmal gesehen haben und dass wir uns bald wieder sehen werden.
4. Geht es hier um Macs. Mehr muss ich nicht sagen.
1000 Küsse!

Donnerstag, 2. April 2009

Matt Ruff: Bad Monkeys

Hier mal erste Eindrücke von Matt Ruff's Bad Monkeys. Großer Spaß, großes Kino, große Nummer, große Vorfreude auf Samstag!