"Ob ich als Hauptperson meines eigenen Lebens hervortreten werde oder ob sonst jemand diesen Rang einnehmen wird, müssen diese Seiten erst erweisen."Vielleicht war das Fehlen dieser Zeilen das Knock-out-Kriterium? Mit ihnen, hätten wir vielleicht auch weiterlesen müssen. Seite um Seite. Vielleicht?! Wobei - mit Abstand betrachtet, glaube ich es eher nicht. Das Gesamtkonzept ließ zu wünschen übrig.
Sie lächelte erneut. "Ich fand diesen Anfang immer etwas unheimlich, weil er die Möglichkeit ansprach, dass wir nicht zwangsläufig die Hauptperson in unserem eigenen Leben sein müssen. Ich begriff nicht, wie das möglich war, so etwas Schreckliches: eine Art Geisterleben, in dem ich nur zusehen konnte, wie jemand meinen Platz einnahm, und in dem ich dies Person vielleicht aus ganzem Herzen hassen und beneiden konnte, aber nichts gegen sie unternehmen, weil ich zu irgendeinem Zeitpunkt aus meinem Leben herausgefallen war [...].
Es fällt mir nicht leicht, etwas dazu zu sagen. Ich wusste nicht, dass sie solche Gedanken hatte. [...] Sie hatte keine Ahnung, wie oft auch ich genaud das gleiche gedacht, wie oft ich die ersten Zeiulen in David Copperfield gelesen habe und dann weiterlesen musste, Seite um Seite, fast starr vor Schreck, weil ich sehen musste, wie alles zuletzt auf seinen Platz fiel, und dem war ja auch so, aber es dauerte immer lange, bis ich mich sicher fühlte. Im Buch. (S. 204f.)
Aber nu genug von Dickens. Wieder zurück zu Yalom & Nietzsche. Zum Glück wieder ein Lesevergnügen.
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